Was ist Akne?

  • Akne (von griechisch „acme“, Spitze, Höhepunkt) ist der Sammelbegriff für verschiedene Akneformen.
  • Anfangs oft abgetan als harmlose Pickelchen, handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, die zu einer schweren Belastung für den Patienten werden kann.
  • In Deutschland sind über 7 Mio. Menschen betroffen – zumeist handelt es sich um junge Leute bis zum 25. Lebensjahr.

Wie entsteht Akne?

  • Ursache für Akne ist zum einen eine gesteigerte Talgproduktion (Seborrhoe)
    in den Haarfollikeln. Kennzeichen der Seborrhoe ist eine fettig glänzende Haut.
  • Zum anderen führt eine Verhornungsstörung zur Verstopfung der Ausführungsgänge am Haarschaft, Talg und Hornzellen stauen sich in den Drüsen.
  • Mit zunehmendem Talgstau entstehen Mitesser (Komedonen). Sie sind zunächst noch geschlossen.
  • Teilweise entwickeln sich daraus offene Komedonen. Darin beginnen Bakterien den Talg zu zersetzen. Dadurch kommt es zu Entzündungsreaktionen, es entstehen rote, eitrige Pickel (Pusteln) und Knötchen (Papeln).

Wodurch wird Akne beeinflusst?

Genetische Veranlagung

Wenn Vater oder Mutter an Akne litten, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein.

Hormone

Besonders Testosteron, ein Androgen (männliches Geschlechtshormon), ist ein entscheidender Faktor.

Hauthygiene

Schmutz ist nicht Auslöser der Erkrankung.
Mit der richtigen Hautpflege kann jedoch der Verlauf positiv beeinflusst werden.

Ernährung

Ob und welche Lebensmittel das Hautbild beeinflussen, ist individuell unterschiedlich.

Stress und Müdigkeit

Ein verschlechternder Einfluss ist nachweisbar.

Was Sie über Akne wissen sollten

  • Von Akne betroffen sind nicht nur Jugendliche in der Pubertät.
  • Die Entstehung von Akne hängt jedoch mit der Bildung der männlichen Geschlechtshormone, besonders des Testosterons, in der Pubertät zusammen.
  • Akne ist nicht ansteckend. Zwar führen Bakterien zu den Entzündungen, es handelt sich jedoch nicht um eine übertragbare Infektionskrankheit.
  • Wichtig ist, dass die Behandlung der Akne bereits im frühen Stadium der Erkrankung beginnt.

 

Formen von Akne

Bei den üblichen Formen von Akne (Acne vulgaris) unterscheidet man je nach Hautveränderungen:

 

Acne comedonica: geschlossene und offene Komedonen (Mitesser)

Acne papulo-pustulosa: Papeln und Pusteln,
in schwerer Form mit pocken- oder eispickel- artiger Vernarbung

  • In der schwersten Ausprägung (Acne conglobata) bilden sich dicke Knoten und Binde- gewebsplatten, große Zysten.
  • Diese Läsionen hinterlassen tiefe und großflächige Narben, häufig zusätzlich mit einer dunklen Pigmentierung.
  • Acne conglobata kann zu sehr belastenden dauerhaften Entstellungen führen.

Behandlungsformen und Wirkstoffe

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.

  •  Bei leichter Akne reicht eine äußerliche Behandlung der betroffenen Hautareale. Die Mittel wirken einzeln oder kombiniert:

keratolytisch,zumÖffnenderPoren » antibakteriell
entzündungshemmend
antibiotisch

  • Bei schwereren Formen der Akne ist
    die zusätzliche Einnahme von Antibiotika oder anderen innerlich anzuwendenden Präparaten notwendig.
  • Als letzte Möglichkeit der medikamentösen Therapie, das heißt als stärkstes Mittel für schwere und hartnäckige Fälle von Akne, gilt die Behandlung mit dem Wirkstoff Isotretinoin, einem synthetischen Vitamin-A-Säurederivat.
  • Die Therapie mit Isotretinoin ist immer mit besonderer Sorgfalt zu begleiten und unterliegt strenger ärztlicher Kontrolle!

Nebenwirkungen von Isotretinoin

  • Isotretinoin ist ein erfolgreiches Mittel gegen schwere Akne, aber die Einnahme ist auch mit einer Reihe von möglichen Nebenwirkungen und ernst zu nehmenden Risiken verbunden.
  • Zentral ist dabei die frucht- schädigende (teratogene) Wirkung von Isotretinoin. Das bedeutet, bei schwangeren Patientinnen würden Missbildungen des ungeborenen Kindes auftreten.

Schwangerschaftsausschluss bei Isotretinoin-Therapie

  • Wegen der teratogenen Wirkung von Isotretinoin darf die Patientin während der Therapie und auch mindestens einen Monat danach nicht schwanger werden.
  • Zum Ausschluss einer bereits bestehenden Schwangerschaft sind daher vor, während und nach der Isotretinoin-Therapie immer wieder Tests nötig.
  • Unerlässlich ist während der Behandlung mit Isotretinoin der zuverlässige Empfängnisschutz.
  • Der Arzt berät ausführlich zu allen Fragen der Therapie, insbesondere zur sicheren Schwangerschaftsverhütung.
  • Außerdem wird eine genaue Dokumentation durchgeführt.

Sonstige Nebenwirkungen

Isotretinoin führt zur Austrocknung der Haut und der Schleimhäute. Damit verbundene Beschwerden können Sie jedoch vermeiden:

Beschwerden

Lippencreme

Trockene Augen

Künstliche Tränen, Augensalbe; Brille statt Kontaktlinsen tragen

Trockene Nase

Nasensalbe, Meersalzspray

Trockener Mund

Ausreichend Wasser trinken, Lutschtabletten, Kaugummi

Trockene Haut, Juckreiz

Nicht zu lange und zu heiß duschen; Emulsionen und Pflegecremes

Einige Nebenwirkungen von Isotretinoin erfordern entsprechende therapiebegleitende Maßnahmen, z.B.:

Anstieg der Blutfett- und

Leberwerte

Laborkontrollen erforderlich!

Gelenkbeschwerden,

Muskelschmerzen

Sportliche Betätigung einschränken

Leichter Haarausfall oder vermehrter Haarwuchs

Normalisiert sich in der Regel von selbst nach Ende

der Therapie

Verschlechterung der Akne

Vorübergehend

Allgemeine Hinweise zur Isotretinoin-Therapie

  • Patienten dürfen Isotretinoin nur nach vorheriger ausführlicher Beratung und Aufklärung durch den Arzt einnehmen.
  • Das Medikament darf daher auch nicht an andere Personen weitergegeben werden, auch wenn diese unter denselben Symptomen von Akne leiden.

Sprechen Sie das Praxisteam für weitere Informationen gerne an!

 

Ihr Dr. Degenhardt