trockene-haut190Das Handekzem ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut an den Händen. Abhängig vom Hauptauslösungsgrund kann das Krankheitsbild bei Betroffenen in Aussehen und in Schwere sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. In Deutschland leiden bis zu 10% der Menschen an einem Handekzem. In vielen Fällen besteht ein beruflicher Zusammenhang. Das chronische Handekzem ist mit einem Anteil von 90% die häufigste berufsbedingte Hautkrankheit.

Typische Symptome, die bei einem Handekzem auftreten können sind:

  • trockene, teils verdickte schuppende Haut
  • starke Rötung an besonders belasteten Stellen
  • Entzündung und Hautschwellung
  • Risse in der Haut
  • Bläschen
  • druckempfindliche, entzündete Fingerkuppen
  • Juckreiz und Schmerzen

Meist beginnt ein Handekzem mit leichten nur zeitweise auftretenden Symptomen, die im Laufe der Zeit schwerer werden.

Wie entsteht ein Handekzem?

Kommt die Haut ständig mit hautreizenden, schädlichen oder allergieauslösenden Stoffen in Berührung, trocknet die Haut aus und es kommt zu einer Störung der körpereigenen Hautschutz-Barriere. Die Haut kann sich nicht mehr selbstständig erholen und wird immer trockener, rissig und extrem empfindlich für äußere Einflüsse. Durch diese Störung können u.a. Bakterien, Pilze und allergieauslösende Substanzen leichter in die Haut eindringen, Infektionen auslösen und den bereits laufenden Entzündungsprozess weiter verschlimmern.

Handekzeme lassen sich nach dem vorherrschenden klinischen Erscheinungsbildes (Morphe) in 2 Hauptformen unterteilen:

hyperkeratotisch-rhagadiform
Bei dieser Form liegen vor allem schuppende Hautveränderungen mit starker Verhornung und schmerzhaften Einrissen vor.

dyshidrosiform
Diese Form ist vor allem gekennzeichnet durch juckende Bläschen.

Abhängig von dem jeweiligen Hauptauslösefaktor kann man zudem drei verschiedene Ekzemtypen unterscheiden:

irritativ-toxisch
Auslöser mit hautreizendem Einfluss sind z.B. regelmäßige Feuchtarbeit, Kontakt mit Desinfektionsmitteln, Chemikalien, Ölen, zu langes Tragen von Schutzhandschuhen ohne Unterbrechung.

kontaktallergisch
Diese Form ist vor allem gekennzeichnet durch juckende Bläschen.

atopisch
Betroffen sind v.a. Personen, die eine bereits genetische Veranlagung zu Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma haben.

Einteilung des Handekzems nach Schweregrad

Muss ein Handekzem behandelt werden?

handekzem-behandlung190Werden bereits erste Symptome nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann ein Handekzem in eine schwere chronische Form mit schmerzhaften Rissen und Blasenbildung übergehen. Die Haut ist dann nicht mehr in der Lage sich selbstständig zu erholen. Sollte der Verdacht auf einen berufsbedingten Zusammenhang bestehen, wird der Hautarzt in der Regel ein Hautarztverfahren einleiten. Dies bringt für den Patienten viele Vorteile bei Diagnose, Therapie und Prävention. Die zuständige Berufsgenossenschaft übernimmt dann in den meisten Fällen die Kosten.